39 Gemeinden gewinnen 1. Preis der Energieolympiade 2016/17

39 Gemeinden gewinnen 1. Preis der Energieolympiade 2016/17

Foto: marktrausch. V.l.n.r.: TeilnehmerInnen für die Region Flensburg auf dem Aschberg: Henning Knutzen, Martin Ellermann, Julia Schirrmacher, Jacob Bundtzen, Jördes Wüstermann, Lars Fischer, Emöke Kovac (mit Tochter), Christian Janout, Günter Arlt, Dr. Elena M. Zydek.

Die Region Flensburg hat mit ihrem einzigartigen Ansatz der interkommunalen Klimaschutzkooperation aus 39 eigenständigen Gemeinden den 1. Preis in der Disziplin „ENERGIEKonzept“ erhalten und damit das höchste vergebene Einzelpreisgeld im Wert von 15.000 Euro gewonnen. Mit dem 2. Preis der gleichen Kategorie für die Smartregion Eggebek gehört zudem das Amt Eggebek zu den Siegern des Wettbewerbs. Die Gesellschaft für Energie und Klimaschutz (EKSH) hatte im Rahmen der EnergieOlympiade 2017 zum „Gipfeltreffen“ der Energiesparkommunen alle Nominierten auf den Aschberg in Ascheffel eingeladen. Dort wurden vorbildliche kommunale Energieprojekte aus Schleswig-Holstein ausgezeichnet in den vier Disziplinen „ENERGIEProjekt“, „ENERGIEKonzept“, „THEMENPreis: E-Mobilität“ und „ENERGIEHeld“ ausgezeichnet. Insgesamt wurden 100.000 Euro an neun Kommunen, drei kommunale Zusammenschlüsse und einen Ehrenamtler vergeben. Gemeinsam mehr erreichen – nach diesem Prinzip handeln die 39 eigenständigen Gemeinden. Das gemeinsame integrierte Klimaschutzkonzept bildet den Auftakt zur Zielerreichung der CO2-Neutralität bis 2050 bei gleichzeitiger Halbierung der Energieverbräuche, die sich die Gemeinden, die zugleich eine von 41 ausgezeichneten „Masterplan 100 % Klimaschutz“-Regionen Deutschlands bilden, gesetzt haben. „Das Konzept zeigt die Dringlichkeit des Handelns in allen Bereichen und liefert konkrete Maßnahmen und Wege für die Umsetzung. Durch die integrierte Betrachtungsweise lassen sich Klimaschutzaktivitäten optimal aufeinander abstimmen und Synergieeffekte gezielt umsetzen“, berichtet Martin Ellermann, Bürgermeister der Gemeinde Harrislee. Das Konzept, in dessen Erstellung sich über 120 Akteure aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Rahmen von zwölf Workshops und Veranstaltungen mit Fachwissen und Ideen eingebracht haben, zeigt Einsparpotenziale und Klimaschutzmaßnahmen für die Sektoren Kommunaler Einflussbereich, Private Haushalte, Verkehr, Landwirtschaft, Unternehmen und Energieversorgung auf. Die Bandbreite des Maßnahmenkatalogs reicht dabei von großen energetischen Gebäudesanierungen öffentlicher Liegenschaften über Mobilitätsstationen und Bürgerbusse bis hin zu bewusstseinsfördernden Kampagnen wie Ausprobieraktionen und Wettbewerben. Auch organisatorische Maßnahmen wie die Einstellung eines Klimaschutzmanagement und die Nutzung einer Energie- und CO2-Bilanzierung zur Prüfung der Zielerreichung sind enthalten. Das Besondere an diesem Vorhaben sind die langjährige interkommunalen Zusammenarbeit sowie die sowie die Stadt-Umland-Kooperation mit der Klimaschutz-Vorreiterin und Masterplankommune Stadt Flensburg. Konzept und die begonnene Umsetzung dessen werden von der gemeindlichen Entscheidungsebene sowie den Akteuren vor Ort direkt bestimmt und umgesetzt. „Wir arbeiten von der Basis nach oben – das hat sich bewährt und absoluten Vorbildcharakter“, führt Jacob Bundtzen, Amtsvosteher des Amtes Eggebek, aus. Inzwischen wurden mit der Einstellung der Klimaschutzmanagerinnen, der Energie- und CO2-Bilanzierung, dem Stromspar-Check Kommunal und der Stellung von Förderanträgen im Bereich Mobilität bereits erste Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes umgesetzt. Durch neu gebildete Arbeitsgruppen und Veranstaltungen mit den EinwohnerInnen der Region erhält das Projekt regelmäßig weitere Impulse. „Gemeinsam können wir viel bewegen. Das Klimaschutzmanagement gibt „Rückenwind“ für alle Beteiligten in der Region.“, berichtet Klimaschutzmanagerin Julia Schirrmacher. „Wir freuen uns besonders über Eigeninitiative, denn ohne die werden wir die gesteckten Ziele nicht erreichen können.“, unterstreicht Dr. Elena Zydek, ebenfalls Klimaschutzmanagerin der Region Flensburg. Die Federführung der Konzepterstellung hatte damals die Gemeinde Harrislee inne, für die Bürgermeister Martin Ellermann an der Preisverleihung teilnahm. Die Bewerbung wurde durch das seit 2016 tätige Klimaschutzmanagement der Region Flensburg mit Sitz im Amt Eggebek eingereicht. Amtsvorsteher Jacob Bundtzen nahm die Siegerplakette gemeinsam mit Martin Ellermann entgegen: „Klimaschutz ist ein langfristiger Prozess, in den sich jeder Einzelne einbringen kann. Wir gehen den Weg zum Ziel gemeinsam an und freuen uns sehr über diese Anerkennung dafür.“

Die Konzepterstellung wurde finanziell unterstützt durch die Stadt Flensburg sowie die Kreishandwerkerschaft Flensburg Stadt und Land. Das Projekt wurde gefördert durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums.