Fachhochschule Flensburg – Interview mit Sabine Christiansen (Kanzlerin FH)

Fachhochschule Flensburg – Interview mit Sabine Christiansen (Kanzlerin FH)

Sind sich der gemeinsamen Verantwortung in Sachen Klimaschutz bewusst: Frank Kupfer, Kanzler der Europa-Universität Flensburg und Sabine Christiansen, Kanzlerin der Fachhochschule Flensburg

Worin besteht Ihre persönliche Motivation, sich mit Ihrem Unternehmen für den Klimapakt/Klimaschutz einzusetzen?
Klimaschutz ist eine Aufgabe für jeden Menschen. Wir haben die Veränderung des Weltklimas mitverursacht – wir müssen jetzt etwas tun, um die Situation zu mildern und der Entwicklung entgegenzuwirken. Wir sind eine Hochschule –  bilden Menschen für ihren Beruf und ihr Leben aus. Insofern haben wir eine Vorbildfunktion, das verpflichtet. Wir werden als Institution wahrgenommen und können so zu Veränderungen beitragen. Ich fühle mich mit verantwortlich und für mich ist es daher eine Selbstverständlichkeit mich mit der Fachhochschule Flensburg für den Klimaschutz einzusetzen.

Wie lautet diesbezüglich Ihre Unternehmensphilosophie, auch im Hinblick auf den Klimapakt/den Klimaschutz?
Hochschulen haben schon per Gesetz die Aufgabe, den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen zu fördern und Grundsätze nachhaltiger Entwicklung zu beachten. Aber nicht nur wegen des Gesetzesauftrags stehen wir aktiv für Klimaschutz. Ich möchte hier auf unser Klimaschutzkonzept, das wir gemeinsam mit der Europa-Universität Flensburg für den Campus Flensburg beschlossen haben, hinweisen: die Flensburger Hochschulen sind Gründungsmitglieder des Klimapakt Flensburg und haben sich damit natürlich die CO2 Neutralität Flensburgs bis zum Jahr 2050 zum Ziel gesetzt. Hierzu möchten wir durch Umsetzung geeigneter Maßnahmen beitragen – im täglichen Betrieb aber auch im Lehr- und Forschungsbetrieb und hier verstärkt Akteure für den Transformationsprozess im Bereich der Energiewissenschaften ausbilden.

Was ist aus Ihrer Sicht die wichtigste Maßnahme bzw. der wichtigste Maßnahmenbereich, um in den nächsten fünf Jahren den Klimaschutz in Ihrem Unternehmen deutlich weiterzubringen?
Die Hochschule hat zahlreiche Maßnahmen im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes angedacht. Als Kanzlerin sehe ich den Bereich Energieeinsparung als wichtigsten Bereich. Zum einen wollen wir Wärme-, Strom- und Wasserverbräuche reduzieren, dabei setzen wir auch auf den Erhalt unserer Windkraftanlage als regenerative Energiequelle, zum anderen wollen wir mit Veränderungen zum Thema Mobilität Energieverbräuche reduzieren. Hier geht es um die Förderung von Fahrradfahrmaßnahmen, Elektromobilität und natürlich die Teilnahme am CarSharing.

Spüren Sie aufgrund von Energieeffizienz- und weiteren Klimaschutzmaßnahmen positive Auswirkungen für Ihr Unternehmen? Welche sind das?
Leider bisher nur in geringem Maß. Wir stellen Energiekosteneinsparungen durch den Eigenverbrauch des erzeugten Stromes durch Windkraft und Photovoltaik und durch Senkung von Betriebskosten durch Energieeffizienz fest. Hinzu kommt eine langsame Veränderung im Verhalten der Hochschulmitglieder.

Wissen Sie bereits, mit welcher Maßnahme oder in welchem Maßnahmenbereich Sie sich bei der Energie-Challenge 2016 des Klimapakts bewerben wollen?
Wir haben uns mit verschiedenen Maßnahmen beworben – mit einer Carsharing-Station, mit dem Mitfahrportal Flinc für den Campus und mit der Optimierung der Beleuchtung im Hauptgebäude, in der Zentralen Hochschulbibliothek und der Parkplatzbeleuchtung. Dies tun wir in Kooperation mit der Universität.

Wie motivieren und fördern Sie ggf. Ihre MitarbeiterInnen, um sich am betrieblichen Klimaschutz zu beteiligen und damit zum Erreichen Ihrer internen Klimaschutzziele beizutragen? Setzen Sie ggf. Anreize?
Wir motivieren unsere Mitarbeiter durch persönliche Ansprachen und Info-Mails, aber auch durch Informationen über Klimaschutz-Infotafeln an den Gebäuden,  in denen aktuelle Verbrauchswerte abgelesen werden können. Gerne unterstützen wir auch die Teilnahme an Aktionen des ADFC und des Klimapaktes “Mit dem Rad zur Arbeit“. Es werden E-Bikes und Dienstfahrräder zur Verfügung gestellt und es gibt die Möglichkeit, eine Ladesäule für E- Fahrzeuge zu nutzen. Darüber hinaus sind Initiativen im Zuge des neu geschaffenen Klimaschutzmanagements geplant. Diese befinden sich jedoch noch in der Planungsphase.

Haben Sie zu der Vision „Flensburg 2050 CO2-neutral“ eine Vorstellung oder ein Bild vor Augen, wie sich dieses in den verschiedenen Gesellschaftsbereichen widerspiegeln könnte?
Veränderte Mobilität  – viel mehr Elektrofahrzeuge – an der Hochschule mehr Fahrräder, dadurch auch veränderte Parkplatzthemen. Mehr kleine Windkraftanlagen – auch auf dem Campus und flächendeckend weitere Regenerative Energiequellen der Solartechnik, der Photovoltaik und vor allem viel mehr Menschen, die unbenutzte Energiequellen ganz automatisch ausschalten.

Wie versuchen Sie, sich privat im Alltag klimaschutzorientiert zu verhalten?
Ich versuche Energie im Alltag zu sparen, indem ich z.B. Stand-by-Funktionen ausschalte und Energie-Verbraucher nicht unnütz laufen lasse. Im Mobilitätsbereich versuche ich das Fahrrad noch mehr zu nutzen.