Holländerhof – Interview mit Werkstattleiter Hans-Nico Nissen

Holländerhof – Interview mit Werkstattleiter Hans-Nico Nissen

Werkstattleiter Hans-Nico Nissen mit Stefan Bochert (Leitung Betriebstechnik) und Wäschereileiter Lutz Christiansen (v.l.n.r.).

Herr Nissen, worin besteht Ihre persönliche Motivation, sich mit Ihrem Unternehmen für den Klimapakt/Klimaschutz einzusetzen?
Wir haben aufgrund unseres Qualitätsmanagementsystems den Weg zum Klimapakt gefunden. In diesem Zusammenhang haben wir uns im letzten Jahr mit der Weiterentwicklung unseres Unternehmens auseinandergesetzt. Ziel war es ein neues integriertes Managementsystem zu schaffen und dazu gehört neben dem Gesundheits- und Arbeitsschutz, auch der Umwelt- und Klimaschutz. Zudem wollten wir durch die Mitgliedschaft im Klimapakt auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeigen, dass es sich lohnt sich für den Klimaschutz einzusetzen. So kann ich mich als Mitarbeiter leichter mit den Zielen identifizieren, mich für die gute Sache motivieren und baue damit letztendlich auch eine Bindung zum Unternehmen auf. Es gibt Kollegen denen insbesondere solche Themen wichtig sind und dadurch bot es sich dann umso mehr an Mitglied im Klimapakt zu werden.
Für mich persönlich ist das auch der Fall – ich will mich für den Klimaschutz einsetzen. Die Ressourcen hier auf der Erde stehen eben nicht unbegrenzt zur Verfügung. Ich habe also schon immer versucht das im Blick zu haben und nachdem ich die Funktion als Werkstattleiter übernommen habe, konnte ich auch im Beruf darauf einwirken. Und durch Erfolge in diesem Bereich wird meine Motivation natürlich noch größer. Zudem ist mir der Austausch mit Menschen, die vor ähnlichen Aufgaben stehen sehr wichtig – z.B. dass sich alle Facilitymanager der Klimapakt-Mitgliedsunternehmen regelmäßig zusammensetzen und über ihre jeweiligen Projekte sprechen und sich gegenseitig inspirieren und motivieren können.

Wie lautet diesbezüglich Ihre Unternehmensphilosophie, auch im Hinblick auf den Klimapakt/den Klimaschutz?
In unserem Leitbild steht „Wir handeln diakonisch und nehmen Verantwortung wahr.“ Und durch das Engagement im Klimaschutz nehme ich eine globale Verantwortung wahr. Das passt als diakonisches Unternehmen natürlich sehr gut. Hinter diesem Leitsatz stehen wir voll dahinter.

Was ist aus Ihrer Sicht die wichtigste Maßnahme bzw. der wichtigste Maßnahmenbereich, um in den nächsten fünf Jahren den Klimaschutz in Ihrem Unternehmen deutlich weiterzubringen?
Im Moment werden zwei Einfamilienhäuser, in denen Wohngruppen für Menschen mit Handicap leben, neu eingedeckt und isoliert. Das sind zentrale Maßnahmenbereiche – effiziente Gebäudeleittechnik, Energieverteilung, wirtschaftliche Verteilung etc. Das ist natürlich ein ständiger Prozess, wo wir die größten Investitionsmaßnahmen abgeschlossen haben, aber einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess verfolgen. Darüber hinaus sind wir auch bestrebt soweit wie möglich regional einzukaufen, angefangen bei den Eiern, Kartoffeln, Obst und Gemüse bis hin zum Stahl für die Metallverarbeitung. Dazu haben wir noch verschiedenste kleine Projekte.

Spüren Sie aufgrund von Energieeffizienz- und weiteren Klimaschutzmaßnahmen positive Auswirkungen für Ihr Unternehmen? Welche sind das?
Ja. Wir können beim Energieverbrauch, vor allem in der Fernwärme, genau nachvollziehen, wenn ein Gebäude energetisch aufgewertet wurde. Da sehen wir, wie der Verbrauch reduziert werden konnte und so sparen wir natürlich auch Geld.
Zudem müssen wir den Produktionsprozess betrachten. Da haben wir z.B. mit unserem Energie-Spar Waschsystem, in das wir vor einiger Zeit investiert haben, den täglichen Wasserverbrauch von 33 m³ auf 18 m³ reduziert. Zudem erzeugt man auch weniger Abwässer. Die Investition hat sich also eindeutig gelohnt.

Wissen Sie bereits, mit welcher Maßnahme oder in welchem Maßnahmenbereich Sie sich bei der Energie-Challenge 2016 des Klimapakts bewerben wollen?
Mit dem bereits angesprochenen kontinuierlichen Prozess und den Verbesserungen, die wir auf den einzelnen Ebenen durchgeführt haben. Es gibt auch noch verschiedene Maßnahmen, die wir im Auge haben, aber wo wir die Ideallösung noch nicht gefunden haben. Da beraten wir uns noch. Aber vielleicht nehmen wir für die Energie Challenge auch noch etwas Neues mit rein.

Wie motivieren und fördern Sie ggf. Ihre MitarbeiterInnen, um sich am betrieblichen Klimaschutz zu beteiligen und damit zum Erreichen Ihrer internen Klimaschutzziele beizutragen? Setzen Sie ggf. Anreize?
Die Kollegen machen sehr motiviert bei den „Wir radeln zur Arbeit“-Aktionen mit. Im Einzelnen ist es aber recht schwer etwas in diesem Bereich zu machen. Die Kernaufgaben der Kollegen und Kolleginnen liegen vor allem im Rehabilitationsprozess der Mitarbeitenden mit Handicap. Wir anderen, also z.B. die Hausbetriebstechnik und ich, wirken dabei vor allem unterstützend.

Haben Sie zu der Vision „Flensburg 2050 CO2-neutral“ eine Vorstellung oder ein Bild vor Augen, wie sich dieses in den verschiedenen Gesellschaftsbereichen widerspiegeln könnte? Ich hoffe, dass dadurch die Region weiter gestärkt wird und an Attraktivität gewinnt. Zum Beispiel im Tourismusbereich und durch neue Arbeitsplätze, die entstehen. Dass die Menschen hier oben dem Klimaschutz so positiv gegenüberstehen, zeigt eben auch, dass wir offen sind – offen für Neuerungen usw. Dann kommen auch Unternehmen und Investoren, die sagen, hier möchte ich gerne investieren, die Leute sind klasse und die Luft ist gut. Da sind wir einfach ein tolles Vorbild und machen somit auf uns aufmerksam. Zum Beispiel ist grade eine neue Kollegin aus dem Ruhrgebiet hier hochgezogen. Unter anderem wegen der Sportmöglichkeiten an der Küste. Und sie fand auch das Thema Klimaschutz total ergänzend, erzählte sie mir im Einführungsgespräch.

Wie versuchen Sie, sich privat im Alltag klimaschutzorientiert zu verhalten?
Wie schon erwähnt sind Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung auch für mich privat ein wichtiges Thema. Ich kaufe zum Beispiel nicht ständig Dinge neu und versuche meinen Konsum auf das Nötigste zu beschränken. Zudem richte ich mich beim Einkauf von Lebensmitteln auch danach, dass diese vor allem regional produziert und saisonal angeboten werden. Und danach lebe ich sehr gut.

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