Mürwiker Werkstätten – Interview mit Geschäftsführer Günter Fenner

Mürwiker Werkstätten – Interview mit Geschäftsführer Günter Fenner

Günter Fenner, Geschäftsführer der Mürwiker Werkstätten GmbH mit Till Fuder, Klimaschutzmanager der Stadt Flensburg (v.l.n.r.).

Worin besteht Ihre persönliche Motivation, sich mit Ihrem Unternehmen für den Klimapakt/Klimaschutz einzusetzen?
Ich habe mitbekommen, dass sich unsere Mitarbeiter mit Begeisterung an der Klimapakt-Kampagne „Wir radeln zur Arbeit“ beteiligen – daran haben sie bisher jedes Jahr teilgenommen. Daraufhin dachte ich, wenn sich die Mitarbeiter dermaßen anstrengen und für den Klimaschutz engagieren, dann können wir als Träger auch unseren Beitrag dazu leisten. Das war der Grundgedanke hinter der Motivation und somit auch der Anlass dem Klimapakt beizutreten.

Wie lautet diesbezüglich Ihre Unternehmensphilosophie, auch im Hinblick auf den Klimapakt/den Klimaschutz?
Die Philosophie, die dahinter steckt ist nicht unbedingt speziell auf den Klimaschutz bezogen, sondern eher darauf, dass Mitarbeiter-Engagement aufzugreifen und zu honorieren. Das unterstützen wir sehr gerne und tun somit nebenbei noch etwas für die gute Sache.

Was ist aus Ihrer Sicht die wichtigste Maßnahme bzw. der wichtigste Maßnahmenbereich, um in den nächsten fünf Jahren den Klimaschutz in Ihrem Unternehmen deutlich weiterzubringen?
Dass wir Klimaschutz aktiv und mit System betreiben, daran arbeiten wir uns Stück für Stück heran und hat insbesondere mit unserem Beitritt zum Klimapakt Ende letzten Jahres begonnen. Nichtsdestotrotz haben wir auch schon vorher im Rahmen unserer Bauaktivitäten einzelne Maßnahmen umgesetzt, die dem Klimaschutz zugutekommen. Beispielsweise nutzen wir in einem unserer Wohnheime in Munkbrarup, wo schwer mehrfachbehinderte Menschen wohnen und der Energieverbrauch aufgrund des hohen Pflegebedarfs der Bewohner besonders hoch ist, Solarthermie. Gleichwohl haben wir einen relativ hohen Energiebedarf für den Betrieb verschiedenster Maschinen, so dass wir bei allen Neubauten Solaranlagen auf dem Dach installiert haben, die die Eigenenergieversorgung unterstützen.

Spüren Sie aufgrund von Energieeffizienz- und weiteren Klimaschutzmaßnahmen positive Auswirkungen für Ihr Unternehmen? Welche sind das?
Das ist natürlich eine Kostenersparnis. Auch wenn wir zunächst höhere Investitionen haben, rechnen sich diese. Die Auswirkungen sind also primär ökonomischer Art – mit dem erfreulichen Nebeneffekt, dass es auch CO2 vermeidet.

Wissen Sie bereits, mit welcher Maßnahme oder in welchem Maßnahmenbereich Sie sich bei der Energie-Challenge 2016 des Klimapakts bewerben wollen?
Darüber denken wir noch nach. Wir wollen auch hier vor allem die beeinträchtigten Mitarbeiter mit einbinden. Da sind wir grade dabei das zu konkretisieren. Sie können also gespannt bleiben (lacht).

Wie motivieren und fördern Sie ggf. Ihre MitarbeiterInnen, um sich am betrieblichen Klimaschutz zu beteiligen und damit zum Erreichen Ihrer internen Klimaschutzziele beizutragen? Setzen Sie ggf. Anreize?
Ich gehe davon aus, dass derjenige, der die Klimapakt-Aktionen wie z.B. „Wir radeln zur Arbeit“ immer promotet, dies auch weiterhin tun wird. Und auch ich werde dafür werben. Das finde ich sehr sinnvoll. Ansonsten versuchen wir immer da wo es geht zu motivieren. Konkrete Anreize setzen wir nicht.

Haben Sie zu der Vision „Flensburg 2050 CO2-neutral“ eine Vorstellung oder ein Bild vor Augen, wie sich dieses in den verschiedenen Gesellschaftsbereichen widerspiegeln könnte?
Ich bin gespannt, ob das funktioniert. Aber wir sind bereit unseren Beitrag dazu zu leisten – egal, ob das Ziel dann tatsächlich erreicht wird oder nicht. Schön wäre, wenn bis dahin der Meeresspiegel nicht zu stark angestiegen ist. Ich würde dann gerne immer noch mit meinen Enkeln am Strand spielen und baden können (lacht).

Wie versuchen Sie, sich privat im Alltag klimaschutzorientiert zu verhalten?
Ich fahre liebend gerne Fahrrad, nur leider schaffe ich damit keine 40.000 km, die ich im Jahr dienstlich fahren muss. Aber spätestens, wenn ich in Rente gegangen bin werde ich wieder mehr Rad fahren. Ansonsten ist demnächst bei uns zu Hause der Einbau eines neuen Boilers fällig – da werde ich darauf achten, dass wir einen Energiesparenden nehmen. Hinzu kommen energetische Sanierungsarbeiten am Haus und weitere kleinere Maßnahmen, um Energie zu sparen.