Warum Klimaschutz in Flensburg?

Wir sind in der Verantwortung

Spätestens seitdem der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) im Jahr 2007 seinen vierten Sachstandbericht zu den Ursachen, Auswirkungen des Klimawandels veröffentlicht hat, steht außer Zweifel, dass die Menschheit ganz erheblich zur Veränderung des Weltklimas beiträgt. Der Bericht zeigt auch, dass ohne eine drastische Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 katastrophale Folgen drohen. Aus den heute vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen wird klar, dass möglichst rasch und zielgerichtet gehandelt werden muss.
Sollten die Treibhausgasemissionen weltweit auch über das Jahr 2050 hinaus weiter zunehmen, könnte dies zur Folge haben, dass ein Anstieg des Meeresspiegels von bis zu 7 Metern eintritt. Auch wenn dieser Anstieg mehrere hundert Jahr dauern würde, so wäre die durch unser gegenwärtiges Handeln hervorgerufene Entwicklung nicht mehr umkehrbar.

Lokales und direktes Handeln

Die Klimapolitik auf der gesamtstaatlichen und überstaatlichen Ebene wird derzeit mit dem Ziel vorangetrieben, die globalen Emissionen bis zum Jahr 2050 zu halbieren. Dabei wird es notwendig sein, dass die Emissionen der Industrieländer wie Deutschland um mindestens 80 % reduziert werden. Die Bundesregierung hat sich öffentlich dafür ausgesprochen und arbeitet darauf hin, dass dieses Ziel von allen großen Industrieländern der Welt unterstützt wird.
Auch wenn nationale und internationale Politiken für die angestrebte Entwicklung maßgebend sind, so ist es doch sehr wichtig, dass Klimaschutzmaßnahmen auf der kommunalen Ebene mit Engagement initiiert und umgesetzt werden. Nur hier sind alle wichtigen Akteure direkt ansprechbar und nur auf der kommunalen Ebene lassen sich die notwendigen Aktivitäten in allen Teilbereichen erfolgreich koordinieren und zu einem widerspruchsfreien Gesamtkonzept zusammenfügen.

Was wäre wenn wir nichts unternehmen?

In einer vorangegangenen Studie hat die Universität Flensburg untersucht, wie sich der Energiebedarf und die Treibhausgasemissionen in Flensburg bis zum Jahr 2050 ohne weitere Anstrengungen bezüglich des Klimaschutzes entwickeln würden. In diesem ‚Business-as-Usual-Szenario‘ werden lediglich die Auswirkungen jener Vorgaben aus der Politik zur Verbrauchs- und Emissionsreduzierung beachtet, die bereits bis heute beschlossen worden sind.
Ohne weitere Maßnahmen sinken die Treibhausgasemissionen in Flensburg von ca. 1 Mio. t CO₂im Jahr 1990 um 20 % auf 0,8 Mio. t CO₂ im Jahr 2050. Um die dramatischen Folgen des Klimawandels zu verhindern, müssen die Industrienationen ihre CO₂-Emissionen hingegen um mindestens 80 % reduzieren.

Gutachten Business-As-Usual Szenario

Die Ergebnisse dieser Prognose verdeutlichen, dass die bisherigen Anstrengungen zur Senkung des Energieverbrauches und der CO₂-Emissionen bei weitem nicht ausreichen. Das Ziel des Klimapakt Flensburg e.V., bis zum Jahr 2050 CO₂-Neutralität zu erreichen, wird ohne umfassende und koordinierte Klimaschutzmaßnahmen nicht zu erreichen sein.

Entwicklung der Flensburger CO₂-Emissionen bis zum Jahr 2050 ohne zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen