Intelligente Duschen und smarte Mülleimer: Studierende zeigen Umweltbewusstsein

Intelligente Duschen und smarte Mülleimer: Studierende zeigen Umweltbewusstsein

Intelligente Duschen, smarte Mülleimer und interaktive Spielzeugautos: Studierende der Hochschule Flensburg zeigen ihre Ideen, wie man Informationen zum Klimaschutz visualisieren und spielerisch erleben kann. Foto: Gatermann

 

Studierende der Hochschule Flensburg zeigen ihre Ideen, wie man Informationen zum Klimaschutz visualisieren und spielerisch erleben kann.

Er lässt die Äste hängen, wenn das Kind den Spielzeug-SUV am Baum vorbeischiebt. Die ihn umrandenden LED-Lichter färben sich von grün zu rot. Dann erholt sich der Baum langsam, hebt die Äste. Wird nun ein Bus vorbeigesteuert, lässt der Baum wieder die Äste sinken – aber langsamer. Und er erholt sich viel schneller. „Wir wollen Kindern spielerisch den Einfluss von Fahrzeugen auf die Umwelt verdeutlichen, zeigen, dass ein Bus weniger schädlich ist als beispielsweise ein großes Auto“, erklärt Simon Hauck. Im letzten Semester hat der Masterstudent der Angewandten Informatik mit seinen Kommilitonen programmiert, Platinen gelötet, Holz im LaserCuter bearbeitet und den 3D-Druck ausprobiert. Herausgekommen ist ein Prototyp, der in Kitas oder bei Events eingesetzt werden könnte.

Es handelt sich um eines von fünf Projekten, die Studierende im Master Angewandte Informatik im Maker’s Lab entwickelt haben. Dabei geht es um die prototypische Entwicklung eines interaktiven Systems inklusive seiner Hardware- und Softwarekomponenten. „Die Studierenden gestalten eine Schnittstelle der Mensch-Maschine-Interaktion“, erklärt Torben Wallbaum, Professor für Human-Computer-Interaction an der Hochschule Flensburg. In diesem Semester ging es dabei um den Klimaschutz, die eigenen Verhaltensweisen und die Informationsbeschaffung.

„Es sind richtig gute Prototypen entstanden“, sagt Wallbaum, „die auch nah am Alltag der Menschen sind“. Bewundern und ausprobieren kann man die Prototypen bei der Semesterschau „Rundgang“ des Fachbereichs Information & Kommunikation am 22. Oktober 2020.

 

Das sind die Projekte:

 

Wenn Strom, dann Grün:

Verfügbarer Strom rund um die Uhr ist für viele selbstverständlich. Vielen Menschen ist nicht klar, dass der Anteil an erneuerbaren Energien und konventionellen Energien im Stromnetz nicht immer identisch ist. Als Lösung haben die Studierenden einen Stromzähler entwickelt, der den Nutzer*innen zeigt, wie der Anteil an konventionellen und erneuerbaren Energien zurzeit im Stromnetz ist und wie viel erneuerbare und konventionelle Energien am Tag durch die Nutzer*innen verbraucht werden wird.

 

Mein Müll und ich:

Das Produkt ist ein intelligenter Mülleimer samt Smartphone-App. Der Mülleimer misst den Müllverbrauch in einem Haushalt. Diese Daten werden aufbereitet und über eine App dargestellt. Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie viel Müll sie verbrauchen und was die Implikationen eines hohen Müllverbrauchs sind. Ziel ist es, die Nutzer*innen dazu anzuregen, sich mehr mit der Thematik auseinander zu setzten und im besten Fall den Müllverbrauch zu reduzieren.

 

Auto oder Bus?

Zwischen 20 und 25 Prozent aller CO2-Emissionen in Deutschland haben ihren Ursprung im Straßenverkehr. Ursache und Wirkung dieser Umweltbelastung sollen einem Publikum jeden Alters spielerisch vermittelt werden. Dazu wurde ein interaktives Spielzeugauto gestaltet, das die möglichen Auswirkungen von übermäßiger Nutzung explorieren lässt.

 

Die audiovisuelle Dusche:

Ohne schlechtes Gewissen warm und lange duschen? Mit der audiovisuellen Dusche ist damit Schluss! Während des Duschens steigt der Wasserstand in einem über die Duschwand gehängte Glasbehälter je nach Wassertemperatur und Wasserdruck unterschiedlich schnell an und weist audiovisuell darauf hin, wann es Zeit ist aufzuhören.

 

Air Quality Cloud:

Die Air Quality Cloud stellt das gesellschaftliche Problem der Umweltverschmutzung durch Feinstaub visuell in einer sich farblich verändernden Wolke dar. Die von den Menschen verursachte Feinstaubbelastung der Umwelt hat überall auf der Erde verschiedenste Ursachen und Ausmaße. Durch die Auswahl von verschiedenen Feinstaubhotspots der Erde werden die Hauptursachen sowie die aktuelle Belastung dargestellt. Dies soll eine Sensibilisierung der Nutzer*innen beispielsweise gegenüber dem hohen Konsum von Gütern oder dem motorisierten Individualverkehr erwirken.