„Zero Waste – Müllvermeidung im Alltag“

„Zero Waste – Müllvermeidung im Alltag“

Marie Delaperière (Vorreiterin der „Zero Waste-Bewegung“, Bildmitte) informierte die knapp 60 Zuhörer über die Möglichkeiten eines müllreduzierten Alltags.

Am Mittwoch, 26.09., hielt Marie Delaperière – Gründerin des ersten Unverpackt-Ladens in Deutschland – bei der Volkshochschule Flensburg einen Vortrag zum Thema „Unverpacktes Einkaufen“. Vor knapp 60 interessierten Zuhören berichtete Sie auf unterhaltsame Art über die Herausforderungen als Vorreiterin der sogenannten „Zero Waste-Bewegung“ in Deutschland. Anhand ihres eigenen Familienlebens zeigte sie Möglichkeiten auf, wie man die Müllmenge eines 5-köpfigen Haushalts von mindestens einem gelben Sack pro Woche (zzgl. Restmüll) auf einen 15-Liter Sack Restmüll pro fünf Wochen reduzieren kann, ohne sich selbst dabei einzuschränken. „Zero Waste heiße nicht, auf alles verzichten zu müssen, sondern Alternativen zum Verpackungswahnsinn zu finden und dabei eine neue Kreativität und ein neues Lebensgefühl zu entdecken“, stellte Frau Delaperière klar. „In den Läden werden wir schon die Glasbox-Familie genannt, da wir mit unseren eigenen Verpackungen am Tresen stehen und auch den „Dürüm“ bei der Dönerbude nebenan nicht in Alufolie verpacken lassen“. Als Pionierin des unverpackten Einkaufens in Deutschland mit einem eigenen Unverpackt-Laden in Kiel und Gründerin des Vereins „Zero Waste“ erscheint die Mission „Müllvermeidung im Alltag“ ganz leicht zu sein – aber für viele Zuhörer stellte sich die Frage, wie man ohne diese Voraussetzungen müllfrei im Alltag lebt!? „Indem wir uns erlauben, nicht immer gleich alles zu 100 % erreichen zu müssen. Jeder kann anfangen und erst einmal mit 20 % beginnen, um sich dann langsam zu steigern – bis am Tag darauf 40 % und eines Tages sogar 100 % erreicht sind“, so Delaperière. Denn es sind kleine Schritte, die jeder Einzelne umsetzen kann, die am Ende zur großen Veränderung führen können. Hierzu gab es jede Menge Tipps: Wenn man mit Überlegung einkauft, wählt man z.B. einen Tomatenketchup aus einer recycelbaren Glasflasche und nicht die Variante aus dem Plastikbehälter. Man kann auch immer seine eigene „Verpackung“ mitnehmen, wie z.B. einen Leinenbeutel für die Einkäufe. Oder man sucht den Kontakt zum Verkaufspersonal, um gemeinsam Lösungen für weniger Verpackungen zu finden, wie z.B. beim Bäcker das Brot oder die Brötchen direkt in einen Stoffbeutel packen zu lassen. Abschließend hatte Frau Delaperière noch ein kleines Rezept für einen müllfreien Alltag parat: „Man nehme etwas ökologisches Bewusstsein, mischt das mit dem Wunsch, etwas verändern zu wollen, gesundem Menschenverstand, einer ordentlichen Portion Mut und schüttelt alles solange, bis es funktioniert!“.