Flensburger CO2- und Energiebilanz: Der Klimapakt wirkt!

Flensburger CO2- und Energiebilanz: Der Klimapakt wirkt!

Sie freuen sich über das positive Ergebnis der Klimaschutzaktivitäten: Martin Beer (Klimaschutzmanager), Prof. Olav Hohmeyer (Europa-Universität Flensburg) und  Henning Brüggemann (Klimapakt-Vorsitzender) (v.l.n.r.).

Im Zuge der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum des Klimapakt Flensburg e.V. präsentiert der Verein den aktuellen Stand der Zielerreichung auf dem Weg zur CO2-Neutralität im Jahr 2050. Klimaexperte Prof. Dr. Olav Hohmeyer von der Europa-Universität Flensburg – einer der treibenden Kräfte bei der Gründung des Klimapakts im Jahr 2008 – stellte den rund 120 geladenen Gästen bei der Jubiläumsveranstaltung auf dem Museumsberg die neuesten Zahlen der Flensburger Energie- und CO2-Bilanz vor. Diese Bilanz wird regelmäßig aktualisiert und zeigt in der Übersicht, wie sich Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen in Flensburg über die Jahre entwickeln. Regelmäßig aktualisiert wird das Zahlenwerk vom Flensburger Klimaschutzmanagement. Aufgrund der zeitlichen Verzögerung bei der Verfügbarkeit einiger Datenquellen, liegen aktuell die Zahlen für das Jahr 2016 vor. Flensburg ist auf einem guten Weg bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Es ist das Ziel des Klimapakt Flensburg e.V., dass die Emissionen gegenüber dem Jahr 1990 bis zum Jahr 2020 um 30 % reduziert werden. Im Jahr 2016 liegen diese mit 769.000 t CO2-Äquivalent rund 27 % niedriger als im Jahr 1990. Die Erreichung des Ziels für das Jahr 2020 liegt also in greifbarer Nähe. Die Reduktion bei den Treibhausgasemissionen ist hauptsächlich auf eine Veränderung der Energieversorgung zurückzuführen. Mit der Inbetriebnahme des Kessels 12 der Stadtwerke Flensburg im Jahr 2016 wurde hier ein wichtiger Meilenstein umgesetzt. Der Energieverbrauch in der Stadt konnte in Flensburg gegenüber dem Jahr 1990 lediglich um 2 % reduziert werden – weniger als in der Klimaschutzstrategie vorgesehen (s. auch Abb. 1 in der Anlage). Die Entwicklung der Treibhausgasemissionen fällt in den verschiedenen Bereichen der Stadt unterschiedlich aus. Während die Flensburger Haushalte und die Industrieunternehmen der Stadt ihren Beitrag zur Emissionsreduktion wie in der Klimaschutzstrategie vorgesehen beigetragen bzw. im Fall der Industrie sogar übererfüllt haben, sorgten das Wachstum in den Bereichen Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und ein steigender Pkw-Bestand im Bereich Verkehr dafür, dass die vorgesehene Reduktion nicht erreicht werden konnten. Die Mitglieder des Klimapakt Flensburg e.V. sind durch ihr Engagement im Verein und durch die im jeweils eigenen Wirkungsbereich umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen die treibende Kraft für den Klimaschutz in Flensburg – und präsentieren sich auch entsprechend in der Öffentlichkeit. Für die Glaubwürdigkeit des Vereins ist es daher besonders wichtig, regelmäßig auch einen Blick darauf zu werfen, wie sich Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen bei der Gesamtheit seiner Mitglieder entwickeln. So werden auch regelmäßig entsprechende Daten bei den Mitgliedern des Klimapakts erhoben. Für den Zeitraum zwischen den Jahren 2010 und 2016 lagen auf diese Weise die vollständigen Energieverbrauchsdaten von 15 der derzeit 21 Premiummitglieder des Klimapakts vor. In diesem Zeitraum ausgeschiedene Mitglieder oder manche im Zeitraum hinzugekommenen Mitglieder konnten hier aus Gründen der Datenverfügbarkeit nicht berücksichtig werden. Zum Einflussbereich der Klimapakt Mitglieder zählen unter anderem mehr als 500.000 Quadratmeter Wohnfläche der Wohnungsbaugenossenschaften, über 900 Planbetten in den Flensburger Krankenhäusern, die Flensburger Hochschulen mit mehr als 9.000 Studierenden, zwei Industrieunternehmen mit zusammen über 700 Mitarbeiter*innen, die Busflotte von Aktiv-Bus, die Flensburger Straßenbeleuchtung, das Klärwerk sowie zahlreiche Schul-, Kita und Verwaltungsgebäude. Im Zeitraum zwischen den Jahren 2010 und 2016 konnten die Mitglieder des Klimapakts den Treibhausgasausstoß durch zahlreiche Maßnahmen in ihrem Einflussbereich um 23 % reduzieren! (s. auch Abb. 2 in der Anlage).  Dies entspricht genau der Zielsetzung gemäß Flensburger Klimaschutzstrategie. In diesen sechs Jahren konnte für die Gesamtstadt eine Reduktion von 14 % erreicht werden – neun Prozentpunkte weniger als durch die Klimapakt-Mitglieder. Die Zahlen belegen die hohe Bedeutung des Klimapakts sowie des Engagements seiner Mitglieder. „Die Klimapakt-Mitglieder sind Vorbilder für Flensburg und auch für Dritte“, stellt Prof. Hohmeyer stolz fest. Und auch Henning Brüggemann (Bürgermeister und Klimapakt-Vorsitzender) stellt im Hinblick auf die präsentierten Ergebnisse kurz und knapp fest: „Der Klimapakt wirkt!“ Die Mitglieder des Klimapakts gehen immer wieder mit gutem Beispiel voran und bieten zahlreichen Zielgruppen (Schüler*innen, Unternehmen, Einwohner*innen) attraktive Angebote zum Mitmachen und zur Information im Klimaschutz vor Ort. Dennoch kann die CO2-Neutralität in Flensburg im Jahr 2050 nur dann erreicht werden, wenn die Gruppe der Klimaschützer*innen stetig weiter wächst und jeder zum großen Ziel der CO2-Neutralität 2050 beiträgt.